Dokumentationsstätte
Konzentrationslager Hersbruck e.V.
8: Lageralltag - Hunger, Krankheiten und Tod

8: Lageralltag - Hunger, Krankheiten und Tod

Die schwere Arbeit und die völlig unzureichende Ernährung schwächten die Gefangenen. Fast alle litten an Hunger und Mangelerscheinungen. Nach einigen Wochen waren sie zu Skeletten abgemagert. Tausende von ihnen starben an Auszehrung und Krankheiten. Die SS ließ die Toten anfangs im Nürnberger Krematorium, später in einem eigenen Verbrennungsofen auf der Baustelle "Doggerwerk" verbrennen.

Krematorium

Das Krematorium unterhalb der Stollen, o.J.
G. Vanselow, S. 52

KZ mit Leuten

Das Krematorium unterhalb der Stollen, o.J. G. Vanselow, S. 52

Weil aber zu viele Leichen anfielen, wurden sie ab November 1944 auch im Wald bei Schupf und Hubmersberg auf Scheiterhaufen verbrannt.

Auf Fluchtversuch stand die Todesstrafe. Insgesamt führte die SS im Lager zur Abschreckung 13 Hinrichtungen auf dem Appellplatz durch. Alle Häftlinge hatten sich dort aufzustellen und zuzusehen.

Todesstatistik:

Eintragungen in die Stärkemeldungen des KZ Flossenbürg Archiv der KZ Gedenkstätte Flossenbürg

Nach einer Aufstellung von Pfarrer Lenz starben von Juni 1944 bis März 1945 2640 Häftlinge im Lager Hersbruck. Von den 1395 nach Flossenbürg überstellten Schwerkranken starben 873. Die Zahl der Toten auf dem Todesmarsch und in den letzten Tagen des Lagers ist unbekannt. Eine vorsichtige Schätzung von Lenz spricht hier von 150 bis 200 Toten. Insgesamt starben von Juni 1944 bis April 1945 mindestens 3500.

Todesstatistik Juni 1944 bis März 1945 nach LENZ:
Juni 2 Tote
Juli 3 Tote
August 7 Tote
September 94 Tote
Oktober 105 Tote
November 508 Tote
Dezember 467 Tote
Januar 250 Tote
Februar 465 Tote
März 741 Tote

Zeitzeugenberichte

Ein Anwohner: „Zwei KZ-Häftlinge saßen vor dem Ofen. Der Ofen hatte vier Türen mit je einem Guckloch, so dass man sehen konnte, wann die nächste Leiche verbrannt werden konnte. Direkt vor dem Gebäude stand ein Lastwagen mit 40 Leichen. Alle waren nackt und hatten eine aufgemalte Nummer auf den Schenkeln."

Alfred Nerlich:„Sie starben eben aus allgemeiner Schwäche. Diese war auf Unterernährung und Mangel an Bekleidung zurück zu führen. Wir mussten oft vom Lager Hersbruck zur Arbeitsstelle laufen und hatten nur eine dünne Sträflingskleidung. Viele Häftlinge hatten keine Schuhe, sondern nur Holzlatschen und wenn es regnete und kalt war, kamen wir schon durchnässt und erfroren zur Arbeitsstelle. Viele bekamen Durchfall, der Magen behielt kein Essen mehr und so ermatteten die Häftlinge und siechten dahin und starben."

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