Dokumentationsstätte
Konzentrationslager Hersbruck e.V.
7: Lageralltag - Arbeitskommandos

7: Lageralltag - Arbeitskommandos

Plan des Baugeländes, o.J.
Staatsarchiv Nürnberg (LG Nbg-Fürth 2637)

Schwere Arbeit und hohes Tempo bestimmten den langen Arbeitstag. Meist um 4 Uhr morgens geweckt, wurde die Zahl der Häftlinge am Appellplatz registriert und die Arbeitskommandos eingeteilt. Danach ging es zu Fuß, teils in Waggons zum Arbeitseinsatz - zum Stollenbau mehr als 5 km weit.

Nach der Arbeit kehrten die Häftlinge zum Appellplatz zurück. Weil ihre Zahl mit der vom Morgen übereinstimmen musste, wurden Tote und Verletzte von den Baustellen zurückgetragen. Die Appelle dauerten oft zwei bis vier Stunden. Viele Häftlinge fielen aus Erschöpfung um.

Die Häftlinge schliefen in mehrstöckigen Holzpritschen. Gegen Ende mussten sich zwei bis drei Mann eine Lagerstelle teilen. Wegen der verschiedenen Arbeitskommandos war ein ständiges Kommen und Gehen und der Schlaf nie ungestört.

Die beiden größten Kommandos waren das Stollenbau- und das Gleisbaukommando. Ein Kommando von mehreren hundert Häftlingen fuhr täglich zu Aufräumungsarbeiten am Nürnberger Hauptbahnhof. Daneben gab es eine Vielzahl von kleinen Kommandos in den Werkstätten der Firmen und der örtlichen Handwerker und bei Bauern. Geringste Vergehen wurden mit dem Einsatz in den Straf- und Sonderkommandos geahndet, die die schlimmsten Arbeiten durchzuführen hatten.

Zeitzeugenbericht

Ein italienischer Häftling:
„In den Stollen heulen elektrische Bohrer, explodieren Minen, Wagen und Förderbänder werden beladen und die Gerüste montiert. Die Luft ist kaum zu atmen, vergiftet durch Kohlenmonoxyd und stickig durch Sandstaub. Der Lärm der Karren, Förderbänder, Maschinen und Spitzhacken vermischt sich mit den wilden Schreien der Gruppenführer und dem Donner der Explosionen. Draußen sind zahlreiche Gruppen mit Transportarbeiten beschäftigt – egal, ob bei Regen oder Schnee, immer mit bloßen Händen und auf steilen unsicheren Wegen."

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