Dokumentationsstätte
Konzentrationslager Hersbruck e.V.
6: Lageralltag - Bürokratie des Terrors; Überwachung

6: Lageralltag - Bürokratie des Terrors; Überwachung

Mit einem großen bürokratischen Aufwand registrierte die SS alle Vorgänge im Lager Hersbruck und meldete sie dem Stammlager Flossenbürg.

Die Anzahl der Häftlinge, Krankheits- und Todesfälle wurden in der Schreibstube in Hersbruck erfasst. Kranke wurden nach Flossenbürg rücküberstellt. Die SS stellte die Spitzen der Lagerverwaltung und organisierte die Bewachung.

Der Pole Szmuel Laitner überlebte die Lager von Groß-Rosen und Hersbruck und die Todesmärsche. Seine Illustrationen zu KZ und Todesmarsch wurden an vielen Orten gezeigt, u.a. beim „International Forum on the Holocaust" Ende 2000 in Stockholm. Museumspädagogisches Zentrum (MPZ) München

Funktionshäftlinge, in der Lagersprache Kapos genannt, setzten die brutale und menschenverachtende Ordnung der SS durch. Die Häftlinge hatten wegen kleinster Vergehen jederzeit mit Strafen, Schikanen, Misshandlungen oder ihrem Tod zu rechnen. Am gängigsten waren Prügelstrafen. Geschwächte Häftlinge starben oft an den Folgen der Schläge.

Chronist des Terrors

Der Pfarrer Hans-Friedrich Lenz kam mit anderen Angehörigen der Luftwaffe am 17. August 1944 zur Bewachung der KZ-Häftlinge nach Hersbruck. Er arbeitete als Schreiber des Kommandoführers. In den Nachkriegsprozessen in Dachau und Nürnberg trat er als Zeuge der Anklage auf. 1982 veröffentlichte er seinen Bericht über das Außenlager unter dem Titel: „Sagen Sie, Herr Pfarrer, wie kommen Sie zur SS?

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