Dokumentationsstätte
Konzentrationslager Hersbruck e.V.

3: Flugzeugmotorenfabrik Doggerwerk

Stollenplan

Das Doggerwerk war als ein Gitternetz von bis zu 7 Meter breiten und 6 Meter hohen Längs- und Querstollen geplant. Elf Eingänge waren vorgesehen. Blau markiert: Stollenanlage 1990, identisch mit Fertigstellung bis Kriegsende.
Architekturbüro Rimpl, Staatsarchiv Nürnberg (LG Nbg-Fürth 2637), Finanzbauamt Nürnberg

Im Frühjahr 1944 wies das "Baubüro Kammler" die Bayerischen Motorenwerke (BMW) in München an, die Fertigung der Flugzeugmotoren "BMW 801" aus dem bombengefährdeten Allach bei München in das "Doggerwerk" zu verlagern (Tarnnamen "Esche I", ab Januar 1945 "Dogger"). Die Bausumme für 1944 wurde auf 15 Millionen Reichsmark angesetzt.

In der Houbirg war ein Netz von Stollen mit einer Fertigungsfläche von 180.000 Quadratmeter vorgesehen. Von Mai 1944 bis zur Auflösung des Lagers Anfang April 1945 wurden etwa 3,5 Kilometer Stollen in den Berg getrieben und 500.000 Kubikmeter Doggersandstein aus dem Berg gebrochen. Die Baustelle blieb unvollendet. Die Motorenproduktion wurde nie aufgenommen.

Am Bau des Stollensystems waren folgende Firmen im Auftrag der SS beteiligt:

Aktennnotiz

Die Firmen forderten die Häftlinge bei der SS an und zahlten für deren Arbeitseinsatz eine Leihgebühr.
Staatsarchiv Nürnberg / LG Nbg-Fürth 2637

Großdeutsche Schachtbau- und Tiefbohr AG
bergmännischen Arbeiten)
Siemens Bau-Union (Betonierungsarbeiten)
Hoch- und Tiefbau München (Betonierungsarbeiten)
Stöhr, München (Bahn- und Gleisbau, Erdbewegungen)
Sager und Woerner, München (Bahn- und Gleisbau, Erdbewegungen)
Schlie, Nürnberg (Bahn- und Gleisbau, Erdbewegungen)
Hübscher und Wanninger (Straßenbau)
Thormann und Stiefel, Nürnberg
Höllein und Co, Bamberg
Stahl, Ulm
Müller, Amberg
Tauber, Nürnberg
Firma Ballauf
Firma Danzer
Firma Rudolf Otto Meyer
Neben diesen Firmen waren auch Handwerker aus der
Umgebung mit Einzelaufträgen betraut.
Staatsarchiv Nürnberg / LG Nbg-Fürth 2637

< >