Dokumentationsstätte
Konzentrationslager Hersbruck e.V.

11: Todesmärsche

Karte

Die Route der Todesmärsche von Hersbruck nach Dachau
Archiv der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Die SS wollte KZ-Häftlinge nicht lebend in die Hände der Kriegsgegner fallen lassen und räumte daher die Lager. Als erste wurden am 7. April 1945 von Hersbruck 1600 kranke Häftlinge in Güterwaggons in das KZ Dachau transportiert.

Die verbliebenen Häftlinge wurden zwischen dem 8. und 14. April 1945 zu Fuß in fünf Kolonnen mit je 600 Häftlingen in Marsch gesetzt. Die Ernährung war völlig unzureichend. Häftlinge, die vor Erschöpfung nicht weiter konnten, wurden unterwegs zurückgelassen oder erschossen. Etlichen gelang die Flucht.

Vier Kolonnen mit 2103 Menschen erreichten bis zum 26. April das KZ Dachau. Die fünfte Kolonne wurde in Schmidmühlen von den Amerikanern befreit.

Die Zahl der auf dem Todesmarsch an Erschöpfung gestorbenen oder ermordeten Häftlinge ist nicht bekannt.

Illustration von Szmuel Laitner zum Todesmarsch
Museumspädagogisches Zentrum (MPZ) München

Zeitzeugenbericht:

Pfarrer Lenz: „Auf dem Weg über die Höhe hatten wir danach viele Kranke und Sterbende. Überall am ansteigenden Feldweg lagen Decken, Essgeschirre, Holzschuhe, die Häftlinge aus totaler Schwäche weggeworfen hatten. Gruppe 1 meldete an diesem Tag zahlreiche Tote. Welches Elend!"

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