Dokumentationsstätte
Konzentrationslager Hersbruck e.V.
10: Verhalten der Bevölkerung

10: Verhalten der Bevölkerung

Das KZ-Außenlager Hersbruck und die Baustelle "Doggerwerk" befanden sich in einer ländlichen Region. Innerhalb kurzer Zeit veränderte sich der Alltag und das Leben der Menschen grundlegend. Das Rüstungsprojekt war unübersehbar.
Mehrmals täglich marschierten Häftlingskolonnen durch die Stadt und die anliegenden Dörfer zur Baustelle "Doggerwerk" und zurück. Diese durfte nur mit Genehmigung betreten werden.

Die Brutalität der Wachen und der ausgehungerte Zustand der Häftlinge waren in der Bevölkerung bekannt. Den Geruch verbrannter Leichen nahm jeder wahr. Die Reaktionen waren unterschiedlich und reichten von Wegsehen oder Zustimmung bis zu vorsichtigen Versuchen, den Häftlingen trotz Verbot etwas Essen zukommen zu lassen.

Zeitzeugenberichte

„Eines Tages arbeiteten Frauen aus dem Dorf auf den Feldern, dort, wo KZ-Häftlinge Baracken für das Lager Förrenbach bauten. Viele waren ungarische Juden, die auch Deutsch sprachen. Sie sagten, sie verhungerten. Den Frauen gelang es, ihnen ein paar gekochte Kartoffeln und etwas Brot zu geben. Sie schafften das aber nur einmal. Am nächsten Tag erwischte sie der Posten und drohte ihnen damit, dass sie selbst in das Lager Hersbruck kämen."
„Über die Misshandlungen der Häftlinge kann ich gar nichts sagen, ich bin den ganzen Tag über in meiner Backstube gewesen."

< >